Sonntag, 4. September 2016

03.09.16 Letzter Tag am See

Heute standen wir sehr früh auf, packten und saßen schon vor 7 beim Frühstück. Um viertel acht trafen wir uns mit dem verbliebenen Rest und gingen auf Bootssuche. Die ersten wollten für unsren Geschmack alle zu viel, da lief uns unser Kapitän von der ersten Bootstour über den Weg. Nach kurzen harten Verhandlungen saßen wir wieder in seinem Kahn und durchquerten den See Richtung Floating Market. Hm, hatten wir uns anders vorgestellt, der Floating Market war an Land... Gar nicht Floating. Nur ein etwa hundert Meter langer Abschnitt versetzte uns in die richtige Stimmung. Dort war der Boden ganz komisch, hab ich noch nie erlebt. Oben war festgetretene Erde, aber dem Gefühl nach war 10cm drunter nur noch Matsch und man würde sofort durch brechen. Ansonsten wars nicht so toll. Komplett auf Touris ausgelegt, ständig wurde man angequatscht. Nur der Teil für die Einheimischen war ganz nett, aber recht überschaubar. Als wir durch waren, begann es zu regnen und wir warteten etwas. Ich kaufte mir zwei Samosas, die ich brüderlich mit einer Babykatze teilte.
Als das Wetter besser wurde, liefen wir zu unsrem Boot und fuhren wieder zurück nach Nyaung Shwe. Bei strahlendem Sonnenschein! Wir verabschiedeten uns von Pedro und Natalia. Dann gingen Chloé und ich zur Massage. Ganz am Rand des Ortes in einer Bambushütte zwischen lauter Wohnhütten. War aber echt nicht schlecht und zudem sehr günstig. Das ganze mit Kokosöl. Total entspannt liefen wir eine Stunde später zum Hotel zurück, inzwischen war es kurz vor eins. Da wir nichts mehr vor hatten, war Pool angesagt. Wir hatten den besten Tag erwischt, so sonnig war es selten und auch ziemlich warm. Um die 30 Grad, denke ich, wir sind hier ja immer noch auf 800m. Zwischendurch machten wir einen Ausflug zu eine  späten Mittagessen, superlecker, wir wählten ein Set, also kam Suppe, Salat, Curry, Reis, Gemüse und Obst. Sauviel. Danach gings nochmal an den Pool.
Langsam wurde es wolkiger, ich duschte in der Pooldusche und zog mich an. Um fünf kam Chloés Pickup, sie fährt zu meinen Elefanten nach Kalaw zurück. Ne halbe Stunde später kam der Pickup für meinen Bus, der, nachdem er vollgeladen war, da hielt, wo ich mein Ticket gekauft hatte. Also keine 400m vom Hotel :-) Wir stiegen in den Bus und starteten überpünktlich. Wir bekamen ne Cola und Kuchen. Dreimal hielten wir und es wurden jedes Mal riesige schwere Kisten zugeladen. Im Kofferraum und auf den freien hinteren Sitzen, bis unters Dach. Zum Glück musste unser Fahrer keine Vollbremsung machen.
Der Bus wurde auf artische 16 Grad runtergekühlt, das erste Mal so kalt in Myanmar, und ich war sehr froh, dass ich neben der Decke, die man bekam, noch lange Klamotten und meinen Schlafsack hatte. Mit allem zusammen war nur noch die Nase kalt. Gegen neun gabs ne Rast zum Abendessen und Klo. Danach wurde auf kuschelige 19 Grad hochgedreht, wahrscheinlich hatte sich jemand erfolgreich beschwert... War echt angenehmer, zumindest mit zwei Decken. Die ersten Stunden ruckelte es ordentlich, es ging durch die Berge und viele Serpentinen. Aber irgendwann waren wir auf der Hauptstraße und da schlief dann sogar ich immer wieder mal ein...

04.09.16 Bago

Um fünf wurde ich sehr sanft von der Busstewardess aus dem Tiefschlaf gerissen. War ich also wieder genau pünktlich fest eingeschlafen. Erst raffte ich gar nix, dauerte, was sie von mir wollte, umsteigen in ein Taxi ins Stadtzentrum von Bago, aber im Preis inklusive. Der Bus fuhr nämlich auch nach Yangon. Echt toll hier, in Vietnam weckt einen keine alte Sau... Hier wird man zu Beginn gefragt, wohin man will, die entsprechenden Plätze im Bus werden notiert und man kommt dort raus, wo man hin will. Hieß für mich heute eine  dreiviertel Stunde später im Zentrum von Bago. 80m von dem Hotel entfernt, das ich mir im LP ausgesucht hatte. Perfekt. Ich lief dorthin, die beiden Schwestern, die es führen, waren um 6 schon wach und begrüßten mich sehr freundlich. Sie zeigten mir ein Zimmer ohne AC, das letzte in diesem Urlaub, im Hostel wirds wieder kalt . Eher ein Loch, aber irgendwie auch ganz gemütlich. Ich warf mich jedenfalls erst nochmal ne Runde ins Bett...
Gegen halb zehn machte ich mich dann mal so langsam auf, nachdem ich den gestrigen Blog geschrieben hatte. Wifi geht nicht, auch wenn ich verbunden bin. Ich lieh mir ein klappriges Fahrrad, noch klappriger als das letzte. Damit gings dann durch Schlaglöcher und Verkehrschaos zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten, v.a. mal wieder Pagoden. Die eine sah eins zu eins aus wie die riesige goldene in Yangon. Beim Schlangentempel gönnte ich mir einen Tee, es regnete gerade etwas. In dem Tempel liegt halt mal ne riesige Schlange, laut Reiseführer weltweit eine der größten. Angeblich die Wiedergeburt von weiß nicht wem, wird auf jeden Fall verehrt und auf ihr wird Geld abgelegt. Hm, besonders artgerecht gehen die mit ihren wiedergeborenen Heiligen nicht um, liegt in einem winzigen Eck völlig aufgerollt und kann sich quasi gar nicht bewegen.
Von dort gings zu einem alten Königspalast und dann in eines der größten Klöster des Landes. Dank Regenpausen kam ich leider zu spät, zwischen 11 und 12 essen wohl 500 Mönche dort gemeinsam. Dafüf kam ich genau rechtzeitig zum Monsun an. Was wiederum gut war, denn die nächsten zwei Stunden pisste es wie aus Eimern und ich saß bzw. lag trocken auf einer Bank im Klostergang. Immerhin konnte ich die Mönche beim Beten, Lesen oder Meditieren beobachten, was auch immer. Schon recht beeindruckend in dieser Menge.
Gegen drei hatte ich die Schnauze voll, es regnete zwar noch, aber doch deutlich weniger. Also packte ich meinen Rucksack und mich in die Regenjacken und fuhr weiter. Viel gabs aber nimmer zu sehen, die Pagoden nahm ich im Vorbeifahren mit. Einziges Highlight war noch ein riesiger liegender Buddha. Dann fuhr ich zurück Richtung Hotel. Ganz in der Nähe stoppte ich bei einem Cafe und trank meinen geliebten Royal Myanmar Teamix. Kommt aus der Tüte, wird mit Wasser aufgegossen, ist pappsüß und ähnlich indischem Chai. Das, was ich hier ständig trinke. Dazu gabs abgepackten recht guten Kuchen.
Gegen halb fünf gings ins Hotel unter die Dusche. Der Regen hörte einfach nicht auf und ich gammelte faul rum. Dann ging ich nochmal zum Abendessen raus, wenigstens wars wieder trocken. Es gab wie so oft Fried Noodles. (Ein Königreich für Nudeln mit Tomatensoße...) Danach ging ich noch in einen verhältnismäßig gut sortierten Supermarkt. Neben einem winzigen echten Osaft fand ich dort ne 30er Packung von meinem Teamix für zu Hause, juhu. Kostet nicht mal zwei Euro. So gut versorgt latschte ich zurück. Jetzt lieg ich in meinem Bett. Alt werde ich heute nicht mehr, langweilig und soviel Schlaf hatte ich die letzte Nacht ja auch nicht. Mal sehen, mit etwas Glück sind morgen in Yangon ja ein paar nette Leute im Hostel für eine spannendere Abendgestaltung...
Oh, gerade kommen Facebooknachrichten rein, vielleicht krieg ich den Blog ja doch raus, zumindest ohne Bilder...

Freitag, 2. September 2016

02.09.16 Tour de France am Inle Lake

Oder besser gesagt Tour avec tres français. Oder so. Egal, heute hab ich super geschlafen und wachte um viertel acht auf. Ich checkte schnell das Internet und buchte ein Hostel für die letzten vier Nächte in Singapur. Für den Fall, dass das Wifi in Yangon wieder nicht geht. Dann gingen wir frühstücken wie gestern und kurz an den Pool. Um halb elf trafen wir, die drei Franzosen und ich und mit Benjamin und mieteten uns Räder. Alte Klapperkisten, die vermutlich seit 1979 nicht mehr hergestellt werden. Immerhin konnte ich meinem drei unterschiedliche Gänge rausleihern, zumindest wenn es gerade Lust hatte. Wir starteten Richtung Westen, um dann Richtung Süden am See lang zu fahren. Wobei der ziemlich weit weg war. Viel zu sehen gabs nicht, ne hässliche Pagode mit tollem Ausblick,  ne etwas schönere, das wars. Das Highlight sollten heiße Quellen sein, aber die wollten 10 Dollar Eintritt. Und das ganze sah aus wie der Wellnessbereich eines Luxushotels,  aber nicht wie natürliche heiße Quellen.
Wir fuhren etwa 14km bis wir in einem Dorf Rast machten. Lunch für die anderen, Coke für mich. Leider kein Saft. Aber ich verdaute immer noch das riesige Frühstück... Danach "verschifften" wir die Räder und uns und setzten auf die andere Seite des Sees über. Dort fuhren wir wieder Richtung Nyaung Shwe. Zwischenziel war das Red Mountain Estade Vineyard. Ein Weingut mit tollem Blick auf den See. Wir wollten also die Aussicht genießen und gleichzeitig Wein verkosten. Letzte Woche hatte das wohl noch 3000 Kyat gekostet, jetzt 5000. War nämlich jetzt Brot und Käse inklusive. Kennt ihr diesen super guten Wein aus Myanmar? Nicht? Hm, gibts nämlich auch nicht! Hätten wir die knapp 4€ Mal lieber in Bier angelegt. Der erste schmeckte ziemlich chemisch, der zweite war trinkbar, der dritte war rot und igitt, der vierte wieder erträglich. Dazu kam, dass wir nur nach Farbe sortiert zwei Weingläser bekamen, es wurde nachgeschenkt. Ach ja, der Käse war ganz ok, jeder bekam 4 ca. 1 Kubikzentimeter Würfel, dazu eine leckere Scheibe ungetoasteten Toast. Zeit für ein Pemabrot aus meinem Rucksack.
Nach dem Highlight des Tages gings zurück nach Nyaung Shwe. Ich fuhr noch etwas weiter, cachen. Ziel war ein unauffälliges Kloster, hätte ich nie gefunden. Dort gibts nur drei Mönche. Als ich ankam, begrüßte mich einer von ihnen sehr freundlich und führte mich nach innen. Ich durfte mich setzen und bekam dann Bananen serviert, er bestand darauf, dass ich sie essen sollte. Dann unterhielten wir uns einige Zeit. Er war 77 Jahre alt und seit 57 Jahren Mönch. War relativ schwer zu verstehen, aber er wusste sehr viel über Deutschland und war stolz davon zu erzählen. Ein wirklich beeindruckender Mann. Er wollte auch Fotos machen und sah sie dann ganz begeistert auf meinem Handy an. Das fand er auch toll. Fast traute ich mich nicht, ihn auf den Cache anzusprechen. Aber ich wusste, dass der direkt auf dem Altar steht und nach unserer Unterhaltung durfte ich mir auch alles ansehen. Er war richtig begeistert, als er hörte, dass ich das Kloster wegen dem Cache gefunden habe. Dann zeigte er mir noch einige Fotos, die andere Touris ihm geschickt hatgen, stolz wie Oskar! Zum Abschied warf ich was in die Donation Box und er zwang mir quasi die restlichen Bananen auf.
Ich radelte zurück, buchte mein Busticket für morgen, brachte das Rad zurück und ging zum Pool. Gerade mal 2,50$ teurer als die Hot Springs, aber inkl. Bett und Frühstück :-) Wir verabschiedeten uns von Emilie und Vincent, die mit dem Nachtbus weiterfuhren. Dann klingelte mein Handy, WhatsApp von fast höchster Stelle aus der Schule. Oh oh dachte ich, kann nix gutes sein. Aber dann: Möchtest du mit auf die Studienfahrt nach Barcelona kommen? Ja klar will ich! Heißt,  ich bin grad mal zwei Tage daheim und Dienstag Nachmittag gehts nochmal ne Woche nach Spanien, so kann das Schuljahr weitergehen. Gut, auch knapp 60 Schüler sind dabei, aber da darf man nicht so kleinlich sein...
Mit diesen freudigen Nachrichten gings in die Dusche und dann mit dem verbliebenen Rest unserer Gruppe, also Chloé, Benjamin, Natalia und Pedro zum Abendessen. Lecker, eher Thai oder Chinesisch, dazu Mojito. Danach gings auf einen Absacker weiter, wurde bei mit ein Mousse au Chocolat...
Jetzt ist es halb elf und wir genießen die letzte Nacht in unsrem tollen Zimmer. Mal sehen, wann der nächste Blog kommt, vielleicht morgen bevor ich weiter fahre, sonst erst, wenn das Wifi wieder funktioniert...

Donnerstag, 1. September 2016

01.08.16 Ein Tag auf dem See

Heute früh waren wir gegen 7 wach in unsrem Luxuszimmer. Wir gammelten noch etwas und um acht gingen wir mit den beiden anderen frühstücken. Hammer, weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel gefrühstückt habe: Toast, Pancake, wer wollte Ei, Melone, Banane, die komischen frittierten Nichtdonuts, Tee, Saft. Ich war pappsatt. Wir hopsten kurz in den Pool und auf die Liege, bevor wir uns um 10 mit dem Rest unserer Gruppe am Fluss trafen. Schnell war ein Bootsfahrer gefunden, der uns für 1,50€ pro Nase rumfuhr.
Los gings wieder quer über den See etwa dorthin, wo wir gestern herkamen. Wir sahen die Tomaten, die quasi halb im See wachsen. Und die Fischer, die eine weltweit einzigartige Rudertechnik haben. Srehend bewegen sie es mit dem Bein, ganz komisch. Dann gings sehr touristisch zu. Immer gabs was zu sehen, wie was hergestellt wird, danach durfte man shoppen. Das ganze in Stelzenhäusern. Los gings mit einer Weberei, Arbeitstechniken wie im Mittelalter. Wusstet ihr, dass man aus Lotos Faden und somit Stoff herstellen kann? Beim nächsten Stopp wurden Messer geschmiedet, also eher so Style Machete. Danach in eine "Schiffswerft", in der diese langen Boote gebaut werden, andere gibt es hier nicht. Und direkt daneben werden die Zigarren gerollt. Ganz andere Technik als in Cuba. Schmecken auch völlig anders.
Inzwischen wars zwei und Zeit fürs Mittagessen. Zumindest für die anderen, ich war immer noch voll und trank nur einen leckeren Mangosaft. Frisch gestärkt fuhren wir - sonst wäre die Tour ja nicht vollständig - zu einer Pagode. Nicht die schönste, aber sie war nun mal da. Dann gabs noch eine Silberschmiede und zum Abschluss fuhren wir zu den Frauen mit dem langen Hals. Mit diesen goldenen Ringen. Sehr komisch, da saßen drei vor dem Souvenirshop, hatte was von Zoo, ich wollte kein Foto machen...
Von dort gings zurück in den Ort, von dem ich endlich weiß, wie er heißt: Nyaung Shwe. Wir verabschiedeten und von Rita und Clara, die heute Abend bzw morgen früh weiterfahren. Der Rest ist morgen auch noch da, Teile wie ich auch noch übermorgen. Mal sehen, was wir morgen machen werden. So gings erstmal Richtung Hostel, wobei wir unterwegs noch Busse auscheckten. Für mich gehts dann übermorgen per Nachtbus 12h nach Bago.
Dann gings nochmal an den Pool, aber nur ne halbe Stunde oder so, es fing an zu regnen... Wir duschten und lagen noch weng faul rum bevor wir um 8 zum Essen loszogen. Mein Magen hing inzwischen in den Kniekehlen. Auf der Suchenach etwas Günstigem landeten wir in einem wenig vertrauenserweckend aussehenden Schuppen. Eigentlich war schon geschlossen und Bier gabs auch nicht, aber sie schürten das Feuer nochmal an und Bier wurde auch geholt. Wir hatten sehr leckere Fried Noodles, dazu Suppe und Tomatensalat. Dann gings zurück ins Hotel. Jetzt ist es Viertel zehn,  das Wifi hängt, also wird noch etwas gelesen. Gute Nacht 

Mittwoch, 31. August 2016

31.08.16 Ankunft am Inle Lake

Heute morgen gegen viertel sechs weckten mich die Hühner und die jungen Mönche. Ich hatte noch ne Stunde zum Relaxen, in der ich überlegte, wie ich sie umbringen könnte.  Die Gockel, nicht die Novizen. Um halb sieben gabs Frühstück, heute westlich, Pancakes und Obst. Pedro, unsrem Uruguayo, gings ziemlich scheiße, der Klassiker. Aber er schlug sich tapfer und kam mit uns.
Es war wieder ziemlich grau und hatte nachts geregnet, aber bis auf ein bisschen Niesel sollte auch heute nichts runter kommen. Gegen halb acht starteten wir. Nachdem am nächsten Shop die Wasservorräte aufgefüllt waren, mussten wir kurze Zeit später unser Inle Lake Ticket kaufen. Scheint hier normal zu sein in manchen Gegenden. Unterwegs besuchten wir noch eine Dorfgrundschule mit den Klassen 1 bis 5 in einem Raum. Gerade war Pause und die Kids voll süß. Nach etwa eineinhalb Stunden gabs wieder eine Teepause. Bis dahin gings ne Straße entlang, zusammen mit ein paar anderen Gruppen.
Danach gings nur noch einen Pfad entlang bergab zum See. Heute nicht ganz so matschig wie die letzten Tage. Kurz vor eins hatten wir es auch schon geschafft, wir waren am letzten Lunchstopp angekommen, in einem Dorf am Rand des Sees. Kein Vergleich zur Ciudad Perdida oder dem Inkatrail, viel entspannter und ohne jeden Muskelkater. Aber trotzdem mit viel Spaß und tollen Impressionen. Wir gönnten uns eine letzte gemeinsame Cola und hatten ein leckeres letztes Essen. Fried Rice und Obst. Nach etwas Chillen mussten wir uns von James verabschieden und stiegen in zwei Boote, die uns vom Süden in den Norden vom See brachten. Irgendwie ist das nicht so wirklich ein See. An den Ufern hat es was von Venedig mit Ackerbau. Da wachsen halt Tomaten im See, die vom Boot aus geerntet werden, und die Menschen wohnen in Stelzenhäusern. Ne gute Stunde später kamen wir in einem unaussprechlichen Ort an, wo unsere Rucksäcke schon auf uns warteten. Wir holten sie ab und ich zog zusammen mit den drei Franzosen los. Die sagten nämlich was von Hotel mit Pool. Und so kamen wir hier an, wo der Pool unser eigen ist und das Wifi super funktioniert. Chloé und ich teilen uns ein Zimmer für etwa 12 Euro pro Nase die Nacht.
Wir säuberten uns und warfen uns direkt an den Pool. Sonne gabs nicht mehr viel, aber es war trotzdem super! Später duschte ich zusammen mit meinen Schuhen, die jetzt wieder rot sind. Dann gaben wir unsre verseuchte Dreckwäsche ab und gingen Abendessen. Pizza und Pasta, das hatten wir uns verdient! Dazu Bier und danach Mojito und Caipi.
Jetzt lieg ich im Bett und hab endlich alle drei Blogs fertig. Hoffe auch für euch ist es halbwegs interessant. Morgen und wahrscheinlich übermorgen bleiben wir auch noch hier. Gute Nacht!

30.08.16 Treking Tag 2

Am Morgen wachte ich halbwegs ausgeschlafen vor dem Wecker auf. Um halb 7 gab es Frühstück. Chapati, Kartoffelcurry und Bananen. Ok, Curry ging bei mir noch nicht... Draußen war er ziemlich grau, nebelig und es nieselte. Half nix, wir mussten los. Und es wurde ziemlich schnell besser. Der Weg ging erst bergab und dann bergauf zu einer ganz kleinen Stadt. Uns kamen sehr viele Kinder und Jugendliche entgegen, zu Fuß oder, wenn die Beine bis zum Boden reichten, auf dem Motorrad. James erklärte uns, dass zur Zeit die im Buddhismus besonderen drei Monate wären, ähnlich dem Ramadan. Und an Voll- bzw. Neumond gehen alle ins Kloster statt in die Schule.
Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir den Ort und in einem kleinen Shop gabs nen Tee. Und was Frittiertes. Auf meine Beschreibung wie Donuts, aber nicht süß, kam irgendwer auf die Idee, die Dinger mit Zucker zu bestellen und so investierte ich 7,5ct in einen weiteren. Lecker! Zu diesem Zeitpunkt wuchs unsere Gruppe, Rita aus Portugal stieß zu uns. Wir hatten Glück, es war Markttag, und James zeigte uns so einiges dort. Danach gings auf mehr oder weniger guten Wegen weiter zum Mittagessen, wo wir um halb zwölf ankamen. Ähnlich wie gestern, aber dieses Mal im Haus, wo wir uns danach zur Siesta hinlegten.
Gegen halb zwei oder so brachen wir wieder auf, inzwischen schien auch die Sonne recht ordentlich. Es ging meist über kleine Pfade, oft zwischen Reisfeldern hindurch, also immer wieder nass und matschig. Also wieder richtige Schuhwahl, v.a. als wir durch einen kleinen Fluss durch mussten. Dann ging es kurz recht felsig auf einen Berg mit Wahnsinnsblick, wo wir rasteten. Und schon nach weiteren 20 Minuten oder so waren wir wieder in einem Dorf, es gab ein Bier in einem Shop bzw im Garten dahinter. Hier trafen wir zum ersten Mal seit Kalaw auf andere Trekkinggruppen, es stimmte anscheinend, dass unsere Agency ein anderes Programm hatte als die anderen. Frisch gestärkt ging es auf zur letzten halben Stunde. Tagesziel war ein Kloster, wo wir übernachteten. Dort sind hauptsächlich Novizen, schätze, die meisten zwischen 6 und 12 Jahren, jeder buddhistische Junge soll wohl wenigstens ein paar Monate als Mönch leben. Als wir nach insg. 22km dort ankamen, war ordentlich was los, sie spielten vorm Kloster Fußball.
Wir bezogen in trockenem Zustand unser Matratzenlager und gingen duschen. Mit Eimer, aber hinter einer Mauer, als ne recht gute Dusche. Dann schauten wir den Jungs noch beim Spielen zu, bevor es Abendessen gab. Wieder sehr lecker, alles veggie, dieses Mal mit Tofu, der schmeckt hier halt echt mal! Und mit Katzen auf dem Schoß. Danach bereitete uns unser James einen Rum Sour, wir hatten zuvor noch 1l Rum für 2 Euro gekauft. War lecker. Und wer wollte, bekam noch ne Massage von ihm, hat einige Talente, unser Guide!
Gegen neun war wieder Schlafenszeit, dieses Mal war ich auch etwas platter und schlief recht schnell ein.

29.8.16 Die Wanderung beginnt

Zurück in der Zivilisation, genau genommen am Hotelpool werde ich also mal anfangen, von den letzten drei Tagen zu berichten.
Montag früh war ich im sieben oder so wach, lag noch ne zeitlang rum und ging um acht frühstücken. Ich lieferte meinen großen Rucksack ab und um kurz vor neun trafen sich alle vor dem Haus. Alle, das waren insgesamt acht Mann und unser Guide James. Zwei Deutsche, drei Franzosen, eine Spanierin und ein argentinisch-urugayanisches Pärchen. Zunächst kauften wir zusammen zwei Flaschen Insektenspray für die Bettwanzen die nächsten beiden Nächte, das machte doch schon mal Hoffnung auf mehr ;-) Dann ging es ganz gemütlich los, zunächst mehr oder weniger die "Straße" entlang. War eigentlich mehr ein Spaziergang, James blieb immer wieder stehen, um uns irgendwas zu zeigen oder zu erklären. Er ist 62 Jahre alt und war früher Lehrer. Größtenteils war der Himmel grau und wir starteten auf 1400m, somit war es recht angenehm zu laufen. Am Vormittag nieselte es nur manchmal ein bisschen. Irgendwann wurde der Weg dann mehr zu einem Trampelpfad und zeitweise auch extrem matschig, so dass wir öfters einen Umweg machten. Gegen zwölf kamen wir an unserem ersten Lunchplatz an, eine kleine Hütte, in der unser Koch schon fleißig hantierte. Der fuhr immer mit dem Motorrad voraus. Es gab Suppe, Fried Noodles und zum Nachtisch Mango. Danach machten wir noch etwas Siesta und warteten einen Regenschauer ab, bevor es weiterging.
Auch am Nachmittag liefen wir hauptsächlich durch Felder, auf denen überall v.a. Frauen per Hand arbeiteten. Wir sahen so ziemlich alles wachsen von Ingwer über Kurkuma und Erdnüsse bis hin zum Mais. Die Menschen sind hier echt alle unglaublich freundlich und lassen sich auch gerne fotografieren. Manche posen sogar für die Kameras. Wir machten noch eine etwas längere Pause auf einem Berg mit tollem Blick auf die Dörfer und Reisfelder, bevor wir zur letzten Etappe des Tages starteten. Und dann kam, was kommen musste. In der letzten halben Stunde begann es zu regnen und das richtig. Volles Programm mit Bächen auf den Wegen. Also rein in die Regenjacke und spätestens jetzt gratulierte ich mir mal wieder zur Wahl der richtigen Schuhe. Meine Trekkingsandalen waren perfekt und im Gegensatz zu den Turnschuhen der meisten anderen am nächsten Morgen trocken. Ziemlich tropfend kamen wir gegen halb 6 im Dorf an. Insgesamt waren wir etwa 20km gelaufen, keine nennenswerten Steigungen, also echt gechilkt. Wir sollten bei einer Familie schlafen. Zum Glück war im Erdgeschoss viel Platz für unsre nassen Sachen. Dann gabs ne Bucketshower mitten im Hof, also eher halb bekleidet... Musste für den Tag reichen. Wir waren auf 1700m und ich war froh über die trockenen langen Sachen aus meinem Rucksack.
Es regnete weiter und wir tranken erstmal ein Bier. Um halb 7 gabs Abendessen, Suppe, Reis und viel verschiedenes Gemüsezeug, alles sehr lecker. Danach Tee und was Süßes. Gleichzeitig war ich damit beschäftigt, die beiden Katzenbabies auf meinem Schoß zu behalten, denn die wollten immer zu denen, die beim Essen nicht kuscheln wolten... Danach packte James noch ein paar kleine Spielereien und Rätsel aus. Gegen halb neun wurden wir ins Bett geschickt, natürlich, nachdem wir es ordentlich eingesprüht hatten. Ich wollte das Licht ausmachen, fand aber keinen Schalter. Gab es auch nicht, nur ne metallene Wäscheklammer, mit der zwei Kabel verbunden wurden. Nice... Von da an nutzten wir nur noch die Taschenlampen...